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Gamescom Köln – bald "Game Over"?

Wenn sich im August lange Schlangen vor den Eingängen der Kölner Messehallen bilden und zahlreiche Menschen in aufwändige Kostüme schlüpfen, dann kann das jenseits der Faschingszeit nur eines bedeuten: Die Gamescom beginnt – die weltweit größte Video- und Computerspielmesse.

Foto: Koelnmesse
Foto: Koelnmesse

Es war das 10-jährige Jubiläum der Gamescom – und es kamen so viele Besucher wie noch nie. Die Tickets für den Gamescom-Freitag und -Samstag waren bereits Wochen zuvor vergriffen. Selbst am Pressetag war nicht an leere Hallen zu denken. Lange Wartezeiten und überfüllte Ausstellerstände prägten das Bild der Kölner Messehallen. Für Highlights, wie das Koop-Survival-Spiel Fortnite, nahmen Gamer teilweise bis zu sechs Stunden Warten in Kauf. Zu viel Zeit, um auch andere Spiele und Innovationen der Gaming-Szene ausgiebig testen zu können!

 

Und dennoch: Die meisten Besucher blieben gelassen. Auf mitgebrachten Campingstühlen oder ganz einfach auf dem Boden sitzend, lauschten sie sichtlich entspannt – und gespannt – den Vorträgen der Hersteller und staubten nebenbei noch allerlei Merchandise-Artikel ab.

 

Foto: obs/Cybershoes GmbH
Foto: obs/Cybershoes GmbH

Derweilen scheint der große Hype um Virtual Reality (VR) abgeklungen zu sein. Die Wartezeiten an den entsprechenden Ständen auf der Gamescom waren vergleichsweise kurz, sodass wir uns kurzerhand entschlossen, mithilfe der verbesserten Technologie in eine völlig andere Welt abzutauchen – blinkende Tastaturen, grelle Monitore, Menschenmassen und vielleicht auch ein bisschen der beißende Geruch, der in den Hallen lag, ganz einfach ausgeblendet. In „A Fisherman’s Tale konnten“ wir unsere logische Fähigkeiten beweisen: In dem Rätselspiel schlüpft man in die Rolle eines Fischers, der in einem Leuchtturm lebt. Ziel des Spiels ist, die Spitze des Turms zu erreichen, um Leuchtfeuer zu entzünden. Klingt einfach – ist es aber nicht, merkwürdige Dinge passieren und schnell stellt man fest: Nichts ist so, wie es scheint. Denn wenn man aus dem Fenster schaut, befinden wir uns in dem exakt gleichen Leuchtturm nur in einer größeren Version. Die Welt in einer Welt bietet eine echte Alternative zu Shooter-Games in der VR-Szene.

 

Dass die VR-Technologie noch viel Entwicklungspotenzial bietet, zeigen neben den neuen Games zahlreiche Innovationen, wie beispielsweise die Cybershoes des gleichnamigen Unternehmens aus Österreich (siehe Foto). Bei den Schuhen handelt es sich um einen digitalen Zusatz für die eigenen Treter. Sie machen das Laufen in der virtuellen Realität möglich und die Spielerfahrung noch intensiver. Dazu sitzt der Spieler auf einem drehbaren Hocker und simuliert die Laufbewegungen auf dem Boden – denn zum drauf Stehen sind die Schuhe nicht gemacht. Trotzdem bieten sie zu den VR-Bewegungsplattformen zwei große Vorteile: die Cybershoes sind günstig und brauchen nicht viel Platz.

 

Foto: Koelnmesse
Foto: Koelnmesse

Gamescom 2019, und dann?

Angesichts der stark wachsenden Besucherzahlen ist ungewiss, ob die Stadt Köln weiterhin Standort der beliebten Video- und Computerspielmesse bleiben wird. Verhandlungen über eine Vertragsverlängerung ab 2020 zwischen der Koelnmesse und dem Branchenverband Game laufen bereits. Dass eine derart etablierte Großveranstaltung die Messehallen wechselt, ist zwar eher ungewöhnlich, aber im Falle der Gamescom gar nicht so unwahrscheinlich: 2009 löste die Gamescom die Games Convention in Leipzig ab. Da dürften auch die rund 7.000 Leuchtstoffröhren, die der Gamescom anlässlich des Jubiläums von dem Land Nordrhein-Westfalen und der Stadt Köln spendiert wurden, wenig an den Standortverhandlungen ändern. Am Ende zählt das Besuchererlebnis und das sinkt – wie wir mit Ernüchterung erfahren durften – mit den steigenden Besucherzahlen.

 

Autorin: Maren Brandt

 

 

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