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Mobility Circle – viel Spekulation

Mobilität kommt in Bewegung: Die Städte werden voller, die Luft wird schlechter, aber mit der Elektromobilität kommt auch das vernetzte und autonome Fahren – und bringt unendlich viele neue Möglichkeiten mit sich. Etwa die Chance für neue Geschäftsmodelle, einige wurden auf dem 1. Mobility Circle vorgestellt, der am 14. November in Hamburg stattfand, auf Initiative von Stefan Bratzel, Leiter des Centers of Automotive Management.

 

 

 

Was ich spannend fand: Es sind noch Ideen. Ob sie Wirklichkeit werden, entscheiden nicht zuletzt wir, die wir etwas nutzen – oder auch nicht. Und diese Idee laden dazu ein zu überlegen, was mir denn gefallen würde.

 

 

 

Die fetten Jahre sind vorbei

Tatsächlich versuchten alle großen Player des Automobilmarktes den Blick in die Glaskugel, denn: für sie sind die fetten Jahre vorbei. Bald werden keine Autos mehr verkauft, sondern nur noch Dienstleistungen, und die entwickeln andere. Wie sich also ein Stück vom Kuchen sichern?

 

 

 

Vision 1: schnell und geschmeidig

Eine Annahme lautet: Der Mensch der Zukunft will bequem und schnell von einem Ort zum nächsten gelangen, gern auch mit unterschiedlichen Verkehrsmitteln, also Leihrad, Mietauto, Bus und Taxi anstatt des teuren Privat-Pkw. Gefragt ist ein Angebot, das mehrere Verkehrsmittel miteinander vernetzt, eine Art Buchungsplattform für Mobilität.

 

Ich glaube, das trifft nur auf den beweglichen, gepäcklosen Yuppie zu. Wer es ablehnt, auf einer zehn Kilometer langen Strecke dreimal das Verkehrsmittel zu wechseln, vielleicht weil er einen oder zwei schwere Taschen dabei hat, wird allenfalls den Mietwagen nehmen, wenn er keinen Führerschein hat das Taxi, wenn er zudem wenig Geld hat, den ÖPNV.

 

Vision 2: Das Auto als mobiles Endgerät

 

Eine andere Vision: Der zukünftige Autofahrer ist immer noch Eigentümer seines Autos, das ihm neben Mobilität aber noch vieles mehr zu bieten hat: Es organisiert auf der Fahrt den Werkstattbesuch oder den Friseurtermin – mit Sprachsteuerung.

 

 

 

Das funktioniert natürlich nur mit selbstfahrenden Autos. Wer sich organisiert und nebenher fährt, ist abgelenkt und macht Fehler – und kauft irgendwas völlig Überteuertes, ohne darüber nachzudenken – was vielleicht auch das Geschäftsmodell ist.

 

 

 

Vision 3: Mobile Arbeitsplätze

Die dritte Vision geht so: Der Mensch von Morgen will vor allem arbeiten, Mobilität dient einzig dazu, ihn so schnell wie möglich an den Ort zu bringen, wo er möglichst effizient produktiv werden kann – also warum nicht den Weg zum Ziel machen und das Arbeiten in das Zugabteil oder den Bahnhof verlegen.

 

 

 

Das kann meiner Ansicht nach nur auf Dienstreisen und den Pendlerverkehr zutreffen. Wer privat reist, will seine Ruhe, sich unterhalten, einen Film sehen oder Zeitung lesen. Oder einfach aus dem Fenster gucken.

 

Viel gelobt: Flschenpost.de

Es gab auch Ideen, die bereits funktionieren. So nahm das Staunen über das enorm erfolgreiche Start-up Flaschenpost.de viel Raum ein: ein hocheffizienter und günstiger Getränkelieferant mit Ford als Partner.

 

 

 

Der fahrende Pizzaofen

Aus einem anderen Grund interessant war die von Ford getestete Kooperation mit Domino‘s Pizza in einer Kleinstadt in Michigan: Ford liefert frische Pizzen in autonom fahrenden Autos aus – und sammelt Erfahrungen, wie Menschen auf diese Gefährte reagieren und mit ihnen interagieren. Erstes Ergebnis: Die Bedienung über Sprachsteuerung kommt an. Dass Kunden sogar bereit sind, für eine Pizza etwas mehr zu bezahlen, wenn sie auf so spektakuläre Weise ausgeliefert wird, kommt Autokonzern und Pizzadienst gleichermaßen zugute.

 

 

 

Ein- oder zweimal würde ich so eine unterwegs fertiggebackene Pizza, die mir automatisch ausgeliefert wird, auch bestellen – wegen der Show.

 

 

 

Angst vorm Liegenbleiben

Sixt stieß offenbar auf Widerstand beim Angebot seiner Elektro-Auto-Flotte. Dessen Kunden verlangten eine Reichweite von mindestens 400 Kilometern, fuhren dann aber nur 80 Kilometer. Deshalb startete das E-Projekt zunächst auf Sylt, wo das Reichweitenproblem gar nicht erst entsteht. Schlau. Die reichen Sylter lecken auf diese Weise Blut und wollen dann nichts anderes mehr – vorausgesetzt, die Ladestation-Dichte stimmt.

 

 

 

Was wollen wir eigentlich?

Überall wird spekuliert, die Konzerne probieren aus. Und genau dieses öffentliche Nachdenken regt an: Was wäre für mich die gelungene Lösung für die verstopften Straßen Hamburgs zur Rushhour? Wie ließe sich das Verkehrsklima verbessern, die stete Angst bekämpfen, vom Lastwagen überrollt zu werden oder die ewige Ungeduld, wenn der Verkehrsfluss oder die S-Bahn nur für 30 Sekunden stockt? Wäre es tatsächlich das kostenlose Ticket für den öffentlichen Nahverkehr oder doch flexible Arbeitszeiten? Und will ich im Auto überhaupt mit Alexa oder sonst wem sprechen, um meine freie Zeit bis zur letzten Minute zu optimieren? Sich darüber klarzuwerden macht das Thema Mobilität so spannend.

 

Autorin: Ulrike Maris

 

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