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Big in Japan - 日本語 vs. Englisch

2009, 2016/2017 und 2018 – dreimal war ich bereits im Land der aufgehenden Sonne. Und besonders in den sieben Jahren, in denen ich nicht in Japan war, hat sich einiges verändert. Bei meinem ersten Besuch 2009 hatte ich noch kein Smartphone. Ich musste mich ohne Google Maps zurechtfinden. Und ohne Japanisch-Kenntnisse. Vor gut zehn Jahren sah man nur wenige englische Beschilderungen in den Straßen und Geschäften. Überhaupt konnte kaum ein Japaner Englisch sprechen und mir weiterhelfen.

 

2016 war das schon anders. Die meisten Schilder waren nun zweisprachig. Die Ansagen in der Bahn wurden ebenfalls touristenfreundlich; in Restaurants gab es spezielle „English Menu“. Und 2018? Nun gibt es viele Touri-Hotspots; in den Bahnhöfen tummeln sich „Volontäre“ mit Englischkenntnissen, die bei Fragen weiterhelfen. Man merkt: Die Stadt bereitet sich auf die Olympischen Spiele 2020 vor und passt sich internationalen Gepflogenheiten an.

 

FUTURE EXPERIENCE JAPAN

 

Auf unserer FUTURE EXPERIENCE-Tour gab es neben Unternehmensbesuchen, Testfahrten und spannenden Vorträgen auch einen kleinen Entertainment-Teil. Wir waren in der VR Zone, im Robot Restaurant, beim Karaoke und im Digital Art Museum.

 

Mario Kart vom Feinsten

 

Japaner sind ganz vorne dabei, wenn es um Videospiele geht. Auch für Touristen sind sie ein absolutes „must“ während einer Tokio-Tour. Daher ließen wir es uns nicht nehmen, die Virtual Reality (VR) Zone in Shinjuku zu besuchen. Die VR Zone wurde im Juli 2017 eröffnet und ist immer sehr gut besucht. Zu den Hochzeiten kann man schon mal bis zu 120 Minuten warten. Aber für Japaner? Kein Problem. Sie können stundenlang anstehen. Wir – die ungeduldigen Europäer – mussten zum Glück nur maximal 30 Minuten für unsere anversierten Attraktionen warten.

 

800 Yen (6,20 Euro) kostet der Eintritt; je Attraktion zahlt man weitere 1.000 Yen (7,76 Euro). An 14 Stationen kann alleine oder mit bis zu vier Personen gespielt werden. In meinem Fall hieß das: Mario Kart mit einem Team von drei Leuten. Mit einer VR-Brille, Kopfhörer und Sensoren an den Händen ausgestattet sitze ich auf einem echten Kart. Was genau zu tun ist, erklärt der Englisch sprechende Mitarbeiter. Und schon geht es los. Sofort war ich von der Intensität des VR-Erlebnisses fasziniert. Wie real es sich anfühlte! Wenn ich gegen eine Mauer gefahren bin oder einen Mitspieler gerammt habe, bewegte sich das Kart. Ganz immersiv bin ich im Spiel versunken. Mit der Konkurrenz kann ich mich per Mikrofon austauschen; die Schildkrötenpanzer und Bananen muss ich mit der Hand fangen und werfen. Leider ist das Rennen viel zu schnell vorbei. Gewonnen habe ich nicht, dafür aber jede Menge Spaß gehabt. Nach dem offiziellen Ende der Reise war ich sogar nochmal in der VR Zone.

 

 

 

Avatar meets Power Rangers on Ecstasy

 

Auch das Robot Restaurant stand auf dem Programm. Eine Vorstellung davon, was uns erwarten würde, hatte ich absolut nicht. Ein ehemaliger Tourguide-Kollege beschrieb es einmal so: „Avatar meets Power Rangers on Ecstasy“. Und im Nachhinein muss ich sagen: Er hatte recht. Zunächst wurden wir durch einen separaten Eingang in ein kunterbuntes, hell erleuchtetes Treppenhaus gebracht, über das es etliche Stockwerke hinauf in den Wartebereich ging. Dort dominierten Kitsch, Glitzer und Neon-Ästhetik; eine Band spielte. Nach circa 20 Minuten wurden wir in den Eventbereich gebracht – einen langen Raum im Keller mit kleinen Tribünen links und rechts. Verkleidete Menschen boten Drinks und Snacks an. Bei deren Anblick ahnte man schon, dass ein Bier nicht reichen würde…

 

 

 

 

 

Die Performance war in drei Geschichten unterteilt. Die einzelnen Geschichten hatten zwar eine Handlung, nur kann ich diese kaum wiedergeben. Ich wusste während der gut 90 Minuten nicht so recht wie mir geschah. So flogen beispielsweise auf Tieren reitende Kämpferinnen, die mit Laserkanonen die Gegner besiegten, an uns vorbei. Beschreiben ließe sich das Ganze als eine Mischung aus Karneval, Aerobic und Fantasy – mit lauter Musik, Lasern, Explosionen und interessanten Choreografien. 

 

 

Der Name Robot Restaurant ist übrigens etwas irreführend. Mit einem Restaurant hat das nämlich nichts zu tun. Man kann zwar etwas essen, aber ich habe fast niemanden gesehen, der dies auch getan hat – bis auf Popcorn. Mein Fazit: Es war so bekloppt, dass es schon wieder witzig war. Man kann da aber nur einmal hingehen. Der Überraschungseffekt ist Gold wert, lässt sich aber nicht wiederholen.

 

 

Text: Jessica Storch

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