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Next Big Think

Think Big! In Downtown San Francisco sprießen die Ideen und Hochhäuser gleichermaßen in den Himmel.
Think Big! In Downtown San Francisco sprießen die Ideen und Hochhäuser gleichermaßen in den Himmel.

Morgens 9 Uhr in einem Mittelklasse-Hotel in San Francisco: Ein Mitt-Fünfziger Amerikaner im Freizeit-Look aus New York sitzt neben mir in der Lobby, trinkt seinen Starbucks-Kaffee und telefoniert per I-Phone mit einem Investment-Buddy. Es ist nicht zu überhören, dass die beiden sich zusammen ein Unternehmen angeschaut haben. Sie reden sich jetzt schlau. Bei dem Gespräch geht es um die Chancen eines Tech-Start-Ups, dass die beiden zusammen wenige Tage zuvor im Valley entdeckt haben. Ihr Thema: „Sollen wir investieren oder lieber die Finger von der Company lassen?“

 

Was überall woanders vertraulich im Hinterzimmer besprochen wird, kann im Silicon Valley jeder mithören. Business is all around: Die Menschen sind von der Transformation der Wirtschaft elektrisiert. Man hat das Gefühl, dass an jeder Ecke über künstliche Intelligenz und Blockchain gesprochen wird – der nächsten großen Technologie-Welle. Jeder will teilhaben. Es geht darum die nächste Generation der Facebooks, Amazons, und Googles zu erspähen, die irgendwo gerade gegründet werden. Nur wo? Und von wem?

 

Silicon Valley im Technologie-Rush: Investoren wie Mathias Schilling von e.ventures schätzen, dass derzeit pro Jahr rund 60.000 neue Unternehmen gegründet werden. Die meisten mit dem Ziel, etablierte Branchen und Jobs abzulösen. So träumen Gründer mittels innovativer Blockchain-Technologie davon, beispielsweise Banken, Versicherungen und Notare überflüssig zu machen. „Die Fantasie in Sachen Blockchain ist gigantisch, niemand möchte the next big thing“, verpassen erklärt uns Schilling. Der smarte gebürtige Schweizer ist Partner und Mit-Gründer von e.ventures, dem einzigen bedeutenden deutschen Venture-Capitalist im Silicon Valley. Seine Investment-Millionen bekommt Schilling von Unternehmen wie Lidl, Otto oder Haniel. So mischen deutsche Konzerne im Silicon Valley als Investoren mit und behalten darüber hinaus den Markt für disruptive Ideen im Auge, die möglicherweise ihr Geschäftsmodell gefährden könnten. e.ventures dient so auch als Frühwarnsystem.

 

Wie gut ist die Idee wirklich? Was taugt das Management? Gute neue Geschäftsideen zu finden, ist eine riesige Herausforderung. Investoren wie e.ventures haben deshalb Info-Systeme entwickelt, die Unternehmensdaten und Entwicklungen mit Unterstützung von künstlicher Intelligenz analysieren. Start-Ups, die diesen Test bestehen, werden dann von Schilling und seinen Kollegen persönlich unter die Lupe genommen. Bis zu 200 Newcomer-Unternehmen, so schätzt Schilling, bekommen im Valley jeden Monat eine Anschub-Finanzierung. Danach haben die Start-Ups für einige Zeit Kapital, um sich zu entwickeln. Später stehen dann weitere Finanzierungsrunden an, neue Investoren steigen ein. Nach diesem System sind auch die heutigen Multis wie Google, Facebook und Twitter gepäppelt worden. Zahltag ist am Ende der Gang an die Börse oder ein Verkauf. Im Idealfall haben sich dann die Geschäftsmodelle bewährt, Investoren werden für ihre Risikobereitschaft fürstlich belohnt.

 

Aktuell präsentiert sich das Silicon Valley stark und vital wie nie. Die ausgetüftelte Maschinerie, neue Unternehmen zu entwickeln, die mit überlegener Technologie global durchmarschieren, läuft auf Hochtouren. Dank niedriger Zinsen sprudeln gigantische Geld-Ströme ins Silicon Valley. Die Fantasie von Investoren und Gründern, dass Tech-Revolutionen im Format des Internets anstehen, wird von neuen Technologien wie künstlicher Intelligenz und Blockchain befeuert. Beindruckend ist die Professionalität der Macher. Wir erleben zahlreiche, glänzende Präsentationen und aufgeweckte Manager wie Keith Krach, der uns in seiner gigantischen Villa mit Blick auf die Golden Gate Bridge empfängt. Der Visionär hat bereits einmal mit der Firma Ariba Kasse gemacht und ist Milliardär. Der Chairman von DocuSign hat seit 2009 aus einer 50-Mann-Softwarebude ein veritables Unternehmen mit knapp 2500 Mitarbeitern geformt. DocuSign ist mittlerweile in 188 Ländern erfolgreich aktiv. 2018 soll der Börsengang anstehen. Dann könnte der Hidden Champion aus San Francisco in die Champions League der digitalen Tech-Schmieden aufsteigen. Think big!

Autor: Jens de Buhr

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