· 

Under Construction

Wer schnell wächst, muss oft umziehen. Was das bedeutet, erleben wir in Tel Avivs Start-up-Szene hautnah.

 

Es ist das Büro, das wohl am schwierigsten zu finden ist auf unserer Tour durch Tel Aviv. Das liegt nicht daran, dass es besonders gut versteckt wäre. Nein, das Büro ist eigentlich noch gar nicht eröffnet. Genauso wenig, wie das eindrucksvolle Hochhaus mit seinen spiegelnden Glasfassaden, in dem wir unser Ziel vermuten. Vorbei an Betonmischer und Bauarbeitern bahnen wir uns nach zwanzig-minütiger Suche zögernd, aber letztlich erfolgreich den Weg in eine Lobby, in der geradeso ein provisorischer Empfangstresen und ein paar Sitzmöbel aufgebaut sind. Allein: Das Unternehmen, das wir suchen, kennt hier niemand.

 

Gut, dass wir nicht unvorbereitet sind. Aus unserem Mailverlauf können wir herauslesen, auf welchem Stockwerk unser Interviewpartner Yoni Shohet auf uns wartet: In Etage 30 richtet er seit wenigen Tagen den neuen Standort von Scadafence in einem Co-Working-Space ein. Das Start-up hat Yoni vor zwei Jahren gemeinsam mit seinem Co-Founder Ofer Shaked gegründet. Ihr Business: Sicherheitslösungen für Produktionsabläufe in der Industrie 4.0. Begonnen hat alles im Tech-Park in Be’er Sheva. Mit den Büroräumen im Skyscraper in Tel Aviv ist schon ein großer Schritt getan.

 

Dass gerade noch alles im Entstehen ist, erkennen wir auf den ersten Blick: Möbelpacker bauen Tische auf, tragen Stühle herein und schließen Rechner an. Bevor wir mit unserem Interview beginnen können, wird Anke kurzerhand als Statistin für einen Imageclip in den neuen Räumen des Co-Working-Space rekrutiert. Ein kurzes L’Chaim (hebräisch: Prost!) mit Yoni und ein nettes Lächeln für die Kamera, dann ziehen wir uns in einen der Meetingräume zurück. Bislang beschäftigt Scadafence lediglich 13 Mitarbeiter. Wie lange das so bleibt, wenn das Unternehmen weiterhin so wächst, wie es die Pläne der Gründer vorsehen, ist allerdings fraglich.

 

Unsere Gesprächspartner bei Checkmarx, die wir etwas früher am Tag in einem ähnlichen Gebäude um die Ecke getroffen haben, kennen die infrastrukturellen Herausforderungen des schnellen Wachstums. Wie uns Shahar Alon und Ramon Herzlinger berichten, wurde das Unternehmen 2006 in einer Garage gegründet. Die Idee der Founder: Eine Software, die den Code von Entwicklern nach potenziellen Sicherheitsrisiken durchsucht. Heute kann man Checkmarx kaum noch als Start-up bezeichnen. Beinahe jedes Jahr verdoppeln sich Umsatz und Mitarbeiterzahlen. Mittlerweile beschäftigt das Unternehmen weltweit rund 400 Menschen. Die allermeisten davon in den drei Etagen des Amot Atrium Tower im Tel Aviver Wirtschaftsvorort Ramat Gan. „Wir sind es mittlerweile gewohnt umzuziehen“, sagt Shahar deshalb mit einem Lächeln und einem Schulterzucken. Auch hier zeigen die Israelis also große Flexibilität.

Was wir in unseren Gesprächen mit Checkmarx, Scadafence und weiteren Gründern über den israelischen Gründergeist und die Cyber-Start-ups des Landes erfahren haben, lest Ihr in Kürze auf zukunftsversteher.de.

 

Autoren: Anke Ralle / Michael Sömmer

Vernetzen Sie sich via Facebook mit uns! Wir freuen uns über den konstruktiven Austausch mit Ihnen.

Eine außergewöhnliche Initiative von JDB MEDIA und ihren Mitarbeitern.

JDB MEDIA – Die Zukunftsversteher
Wir möchten mit dieser Website deutlich machen, wie wir als eine der führenden Hamburger Agenturen und mit unserer Vision eines Kommunikationshauses mit Deutschlands stärkster Wirtschaftscommunity ticken und arbeiten. Wir möchten zeigen, welche außergewöhnlichen Wege wir gehen, um ausgetretene Kommunikationspfade zu verlassen. Wir möchten heute an dem Ort sein, den unsere Kunden morgen als Realität bezeichnen. Wir wollen die Zukunft verstehen, um Sie sicher in diese Zukunft begleiten zu können.